Im Jahr 1999 hat die Bundesregierung die Städtebauförderung durch das Bund-Länderprogramm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt" ergänzt. Damit wurde auf die zunehmende soziale und räumliche Spaltung in den Kommunen reagiert. Mit dem Programm „Soziale Stadt“ soll ein über die normale Stadtsanierung hinausgehender, ganzheitlicher Ansatz, insbesondere in Stadtteilen mit schwieriger Bevölkerungszusammensetzung, baulicher Sanierungsbedürftigkeit und schlechter Infrastruktur verfolgt werden. Über umfassende Förderansätze sollen investive und nicht investive Maßnahmen (aus anderen Fachressourcen) mit dem Schwerpunkt der städtebaulichen Erneuerung aus einer Hand kombiniert werden, um so ganzheitliche, umfassende Lösungsansätze entwickeln und umsetzen zu können.
Das Gebiet Zuffenhausen 6 -Rot-
Der Stadtteil Rot ist eine typische Nachkriegssiedlung, in den 1950er- und 1960er- Jahren erbaut, als es darum ging in kurzer Zeit für möglichst viele Menschen Wohnraum zu schaffen. Heute genügen die meist kleinen Wohnungen oft nicht mehr den gestiegenen Anforderungen. Auch die Bedürfnisse hinsichtlich der sozialen Infrastruktur wurden vernachlässigt und müssen verbessert werden. Am 3. April 2001 hat der Ausschuss für Umwelt und Technik des Stuttgarter Gemeinderats vorbereitende Untersuchungen (VU) gemäß § 141 Baugesetzbuch für Rot beschlossen. Die Untersuchungen ergaben folgende Mängel und Missstände:
- Ein Bürgerzentrum für alle und eine Stadtteilmitte fehlen. Die Identifikation der Bürgerschaft mit dem Stadtteil ist nur schwach ausgeprägt. - Kinderspielplätze und Bolzplätze sowie die Rotweganlage müssen saniert werden. Das Freizeitangebot für Jugendliche ist ungenügend, kulturelle Angebote fehlen. - Das Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot weist Lücken auf. Teilweise ist die Existenz der Geschäfte bedroht. - Das einseitige Wohnungsangebot belastet die Bevölkerungsstruktur. Die junge Generation und die Familien wandern ab; das Wohnumfeld hat wenig Aufenthaltsqualität. - Das Fußwegenetz einschließlich Straßenüberquerungen muss aufgewertet werden. - Der Stadtteil ist durch starken Durchgangsverkehr belastet.
Im April 2003 erfolgte deshalb die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die Soziale Stadt“.
Die Bürgerbeteiligung
Die Bürger im Sanierungsgebiet haben die Möglichkeit, sich sehr intensiv und wirksam in den Prozess der Erneuerung ihres Stadtteils einzubringen.
Die Arbeitskreise und Einzelprojektgruppen der Bürgerbeteiligung stehen allen Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters offen. Sie können sich dort aktiv einbringen bei Themen oder Projekten, die sie interessieren.
An folgenden Themen wird in den Projektgruppen der Bürgerbeteiligung gearbeitet (Ansprechpartner/innen in Klammern) :
Kinder und Jugendliche
(AK1: Christian Schmidt Telefon: 84 43 14 und Alexander Mak Telefon: 88 23 240)
Öffentliche Flächen und Verkehr
(AK2: Dieter Kupsch Telefon: 87 45 14 und kommiss. Heinrich Schwers Telefon: )
Soziales und kulturelles Miteinander
(AK3: Gerty Brauswetter Telefon: 87 68 91 und Ursula Hofmann Telefon: 84 69 34)
Wohnen und Wohnumfeld
(AK4: Hubert Reich Telefon: 84 00 64 und Beate Hermann Telefon: 84 56 79)
Stadtteilmanagement
Das Büro GRiPS aus Ettlingen führt das professionlle Stadtteilmanagement mit einem Büro vor Ort seit 2003 durch. Es dient den Bürgern als Ansprechpartner. Es ist Bindeglied zwischen Bürgern und Stadtverwaltung, Baugenossenschaften, Kirchen und anderen Akteuren. Es unterstützt die Bürgerbeteiligung als deren Geschäftsführung und vertritt sie außerdem in der fachübergreifenden Steuerungsgruppe der Verwaltung (siehe Abschnitt IPG).
Das STM sorgt so für die Abstimmung der aus der Bürgerbeteiligung hervorgehenden Projektwünsche mit den städtischen Ämtern und politischen Entscheidungsträgern und bereitet damit deren Umsetzung mit vor.
Außerdem moderiert und inspiriert es den gesamten Bürgerbeteiligungsprozess und fördert nachhaltige Strukturen für die Bürgerbeteiligung im Stadtteil, die auch nach dem Abschluss der Sanierung die Entwicklung weiter voranbringen sollen.
Kontakt Büro GRiPS Stadtteilmanagement Ute Kinn Friedrichstraße 4 76275 Ettlingen
Tel.: 07243/719455 Fax: 07243/719454 mobil: 0160 90 70 45 95 Email: ute.kinn@grips-ettlingen.de
Integrierte Projektsteuerung
Um die Projekte der „Sozialen Stadt Rot“ zu koordinieren und effektiv zu steuern, wurde eine Interdisziplinäre Projektgruppe, kurz IPG eingerichtet.
Der IPG gehören Experten aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung an, zum Beispiel Stadt-, Verkehrs- und Grünplanung, Jugendhilfe und Offene Jugendarbeit, Wohnungswesen, Garten- und Landschaftsbau. Von hier aus wird die Umsetzung der Projekte betrieben, die Finanzierbarkeit und die Möglichkeiten der Förderung werden geprüft und Planungsaufträge vergeben. Die Entscheidungen der politischen Gremien werden vorbereitet.
Gebietsabgrenzung
Im Juli 2003 beschloss der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart die förmliche Festlegung der Sanierung Zuffenhausen 6 -Rot-. Im August 2006 wurde das Gebiet auf seine jetzige Größe von 66,7.Hektar erweitert. Hier sehen Sie die aktuelle Abgrenzung des Sanierungsgebiets.
Weitere Informationen zum Bund-Länder-Programm finden Sie hier.
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