Aktuelles Branchen Soziales NETZwerk Firmenportraits Soziale Stadt Historie
News
Ausstellung mit dem "Zeitgenössischen Totentanz"
von Gert Fabritius in der Zukunftswerkstatt eröffnet


"
Werke die auffordern und aufrütteln, die Welt und die Gefahren, die ihr drohen, anzuschauen!" sind seit Sonntag, dem 4.3. in der Ausstellung mit dem Werk "Zeitgenössischer Totentanz" des in Zuffenhausen lebenden Künstlers Gert Fabritius in der Zukunftswerkstatt zu sehen.

Mehr als 40 Besucher ließen die eindrucksvollen 14 Farbholzschnitte und eine Texttafel auf sich wirken und sich davon anregen. Der Totentanz, der vor rund 20 Jahren entstand, beschäftigt sich mit ausgesprochen aktuellen Bedrohungen der menschlichen Existenz wie AIDS, Umweltzerstörung und Opfer durch den Autoverkehr, Waldsterben, Luftverschmutzung, Atom und Krieg.

In seiner Eröffnungsrede meinte Diethard Möller, er sei, als er das erste Mal diese Werke gesehen habe, fassungslos gewesen, wie man aus dem toten Material Holz Bilder schaffen könne, die so voll Leben, Bewegung und Spannung seien , die den Betrachter derart aufrütteln und regelrecht anschreien. Er hob hervor, dass all die Bedrohungen, über die gerade aktuell angesichts der Klimaveränderung diskutiert werde, bereits seit über 20 Jahren bekannt seien. Doch damals sei man deswegen noch als "Öko-Spinner" verlacht worden. Das Werk von Gert Fabritius zeige, wie ein Künstler sowohl für sich arbeite und seine Gefühle zum Ausdruck bringe, zugleich aber auch in die Gesellschaft hineinwirke. Es sei doch Heuchelei, wenn nun Politiker in hektische Aktivitäten verfallen würden, obwohl natürlich auch diese seit Jahrzehnten von den Bedrohungen wussten und kaum etwas unternommen haben. Er dankte dem Künstler Gert Fabritius für seinen wichtigen Beitrag, zu diesen dringenden Problemen und dass er es ermöglicht habe, in der kleinen Zukunftswerkstatt in Zuffenhausen, sein bewegendes Werk „Totentanz“ dem Publikum zu zeigen.

Gert Fabritius dankte und wies darauf hin, dass es ihm nicht nur darum gegangen sei zu warnen, sondern auch zum Leben aufzufordern und zum Genuss des Lebens. Dazu gehöre für ihn aber auch, dass man sich der Gefahren bewusst sei. Der Totentanz sei seit dem Mittelalter ein künstlerisches Ausdrucksmittel, um zu zeigen, wie alle Menschen vor dem Tod gleich seien. Ihm sei es aber nicht darum gegangen, die Schichten der Gesellschaft wie Kaiser, Könige, Bauern darzustellen, wie dies im Mittelalter Thema gewesen sei, sondern die Gefahren, die allen Menschen aus der Zerstörung der Umwelt drohten und vor denen auch alle Menschen gleich seien.
Beim anschließenden gemeinsamen Frühstück und der Betrachtung der Holzschnitte kam es zu sehr lebendigen Diskussionen und angeregten Gesprächen mit dem Künstler.


Die Ausstellung wird noch bis zum 15. April zu den Öffnungszeiten des Vereins Zukunftswerkstatt e.V. montags 18-19 Uhr und zu Veranstaltungen zu sehen sein. Zum Abschluss der Ausstellung wird Peter Grohmann am Sonntag, dem 15.4. um 11 Uhr aus dem Buch "Stuttgarter Stolpersteine - Spuren vergessener Nachbarn" lesen.

Die Geschichten von Menschen, die vom NS-Regime ermordet wurden, passen inhaltlich zum Thema "Totentanz". In dem Buch wird unter anderem das Schicksal des Zuffenhausener Bürgers Eugen Spilger geschildert, der 2 Tage vor Kriegsende vom NS-Regime ermordet wurde. Für ihn wurde im November 2006 ein Stolperstein in der Colmarer Str. 19, seinem letzten Wohnort, verlegt.


Zukunftswerkstatt e.V.
Bönnigheimer Str.67 (Eingang Brackenheimer Str.)


22.03.2007

Zurück | Artikel versenden




     www.stuttgart-rot.info   CMS     CRM   Stadtplan Statistik Impressum