Zum ersten Mal fand am Freitag der traditionelle Zuffenhäuser Neujahrsempfang im Bürgerhaus Rot statt. Rund 250 Gäste aus Politik, Vereinen, diversen Organisationen und Bürgerinitiativen haben für eine gelungene Premiere gesorgt.
"Neues Jahr, neues Glück", lautet ein althergebrachtes Sprichwort. Es könnte auch für den Zuffenhäuser Neujahrsempfang gelten. Nun war es in den vergangenen Jahren freilich nicht so, dass die Gäste in der Zehntscheuer unglücklich gewesen wären. Dennoch ist es dort im Laufe der Zeit immer enger geworden, neben Kommunikationsbereitschaft waren deshalb oftmals starke Ellbogen gefragt, um sich den Weg zum gewünschten Gesprächspartner zu bahnen. Diese Probleme gab es am Freitagabend nicht. Zwar dürfte mit rund 250 Gästen ein neuer Besucherrekord erzielt worden sein, dank des ausreichend großen Saales des Bürgerhauses gab es jedoch genug Raum zur freien Entfaltung. Und, auch daran hat sich im Vergleich zu den Vorjahren etwas geändert, belegte Wecken vom Büfett waren nicht mehr Mangelware. Ganz im Gegenteil, sie wurden zur fortgeschrittenen Stunde gar per Lautsprecherdurchsage für den Verzehr in den eigenen vier Wänden feilgeboten.
"Es ist was los in Zuffenhausen und alle machen mit", hatte Bezirksvorsteher Wolfgang Meyle in seiner Rede zu Beginn der Veranstaltung das Motto der Werbekonzeption für die Stadtbahnbaustelle zitiert. Unter den Zuhörern waren neben zahlreichen Stadt- und Bezirksbeiräten auch die Bundestagsabgeordneten Biggi Bender und Ute Kumpf sowie, zum ersten Mal in seiner Tracht, der Zuffenhäuser Hirt Dietmar Schneider. Was genau im Bezirk los ist, darum ging es dann in den Gesprächen, die in den kommenden Stunden folgten. Die Politik stand dabei allerdings eher selten im Vordergrund, vielmehr waren ganz persönliche Themen angesagt. So diskutierte Ulrich Vallon von der evangelischen Kirchengemeinde mit der katholischen SPD-Stadträtin Ariane Zürn über das Für und Wider der beiden Konfessionen, während sich als Peter Juréwitz" liebstes Gesprächsthema einmal mehr der Rebensaft herausstellte. Auch ein ganz aktuelles Geschehnis bewegte die Gemüter. "Damit hat er uns zum zweiten Mal verraten", kommentierte Christian Schmidt von der Mobilen Jugendarbeit die Entscheidung von Jürgen Klinsmann, Trainer beim ungeliebten FC Bayern zu werden. Einen Trost hatte der VfB-Fan aber: "Wenigstens bleibt Veh in Stuttgart."
Zeit für ausgedehnte Gespräche gab es im Bürgerhaus genug. "Aufgeräumt wird erst am Samstagvormittag", hatte Meyle zum Abschluss seiner Rede verkündet. In der Zehntscheuer waren in der Vergangenheit die Stühle schon am Freitagabend hochgestellt worden. Kein Wunder also, dass auch nach 23 Uhr eine illustre Runde beisammensaß. Und nicht nur das; unter stimmgewaltiger Leitung von Verkehrsplaner Stephan Oehler, seines Zeichens Mitglied des Quartetts Metropol Melodios, gab es sogar ein kleines Ständchen zu hören. SPD-Bezirksbeirat und, so Meyle, "Hansdampf in allen Gassen" Dieter Kupsch hatte am Freitag nämlich Geburtstag. "So schön war"s noch nie", erklärte Bezirksbeirat Hans-Georg Kerler, als er Meyle zum Abschied die Hand reichte. Ähnlich sahen es viele andere Besucher des Neujahrsempfangs. Das Bürgerhaus Rot, da war man sich einig, ist auch für Zuffenhausen Gold wert.
Von Bernd Zeyer Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau
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