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Ökumenisch feiern
heißt doppelt feiern


Gemeinsam feiern heißt doppelt feiern - das wissen in Rot Katholiken wie Protestanten und veranstalten das ökumenische Roter Kirchfest mal an der einen, mal an der anderen Kirche. Am Wochenende wurde rund um die katholische Dreifaltigkeitskirche gefeiert, getanzt, gesungen und gebetet.

Die Würstchen schmurgeln heimelig. Möglich, dass sogar die eine oder andere "Roter Wurst" dabei ist. Am Grill stehen Mitglieder der gastgebenden katholischen Dreifaltigkeitsgemeinde und der evangelischen Auferstehungskirchengemeinde gleichermaßen - und das hat schon Tradition: Bereits seit 15 Jahren feiert man das ökumenische Roter Kirchfest, und das immer im Wechsel: Die eine Gemeinde stellt den Festplatz und organisiert das Programm, die andere hilft tatkräftig mit. In diesem Jahr lautet das Feiermotto "Die Herzen füreinander öffnen", und so ist es dann auch: Man plant und feiert zusammen und fasst dabei schon die nächsten Projekte ins Auge.

Klaus Kress, Leiter des katholischen Festausschusses, erzählt von einer der Neuerungen in diesem Jahr: Parallel zum ökumenischen Festgottesdienst soll es an diesem Sonntag auch eine gemeinsame Aufführung der Kinderkirchen beider Gemeinden geben. Gerhard Stähler vom evangelischen Kirchengemeinderat lobt: "Ich finde das toll, wie sich eure Kindergärten beide ins Programm einbringen." Bevor er an den Grill zurückkehrt, schlägt er vor: "Vielleicht sollten wir das noch verstärken: Mehr gemeinsame Aktionen, statt der eine hilft beim anderen mit." Kress nickt zustimmend.

Indessen treten die Kleinsten, die Mitglieder der Kindersinggruppe der Dreifaltigkeitskirche, vor das Publikum. "Sie sind dieses Jahr das erste Mal mit dabei", sagt der Leiter des Festausschusses. Die Mädchen und Jungen sind sichtlich mit Spaß bei der Sache, wischen gerade die Planken eines imaginären Windjammers, drehen am Papp-Steuerrad und stehen im Ausguck. Sie besingen die Insel "Witschi-Watschi-Wu", die Sehnsucht der Matrosen nach den sieben Weltmeeren und das Heimweh, das sie trotzdem beim Gedanken an daheim überfällt.

Später an diesem Nachmittag hat sich noch die Tanzgruppe der Mönchfelder Narrenzunft Eschbachwald angekündigt. Am Sonntag sollen außerdem die Banater Schwaben in ihren Trachten tanzen und der befreundete Handharmonikaspielring Gablenberg aufspielen. Beifall klingt von der Spielstraße herüber. Dort betreut Gemeindereferent Michael Jakob mit seiner Ministrantengruppe das Büchsenwerfen. "Außerdem machen wir über das Jahr verteilt Sternsingerarbeit, ein Übernachtungswochenende und ein Fußballturnier", erzählt er. Seine Assistenzzeit ist bald vorbei, danach wird er fest in der Gemeinde bleiben: "Wahrscheinlich ab dem Herbst plane ich auch noch eine offene Jugendgruppe", verrät er. Indessen haben sich besonders die Älteren vor der glühenden Sonne zu Kaffee und Kuchen in den Gemeindesaal der Dreifaltigkeitsgemeinde geflüchtet. Bei Träublessahne und Rhabarberkuchen lässt es sich gemütlich plaudern. "Freilich, ich geh" jedes Jahr aufs Kirchfest", erzählt eine Besucherin. Welcher der beiden Kirchengemeinde gehört sie denn an? "Ich bin evangelisch, aber wissen Sie, das ist egal": Man treffe sich doch ohnehin jedes Jahr - heute hier, nächstes Mal an der anderen Kirche.



Von Susanne Müller-Baji
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau


08.07.2008

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