Freiberg/Mönchfeld. Gleich doppelten Grund zur Freude gab es am Freitag in Freiberg und Mönchfeld: Baubürgermeister Matthias Hahn hat sechs Info-Tafeln eingeweiht, in denen die Projekte des Programms Soziale Stadt aufgeführt werden. Im Anschluss ist dann das internationale Stadtteilfest gefeiert worden.
Im Jahr 1999 sind die Stadtteile Freiberg und Mönchfeld ins Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt aufgenommen worden. Ende dieses Jahres wird das Programm zu Ende gehen. "Wir wollten selbst dokumentieren, was in den vergangenen Jahren alles geleistet worden ist", erklärte Wolfgang Pfau. Und zwar, betonte der Projektsprecher von Freiberg-Mitte, nicht auf wissenschaftliche Art und Weise, sondern für alle Bürger nachvollziehbar und leicht verständlich. Auf sechs großen Infotafeln zwischen Bürgerhaus und Wohnstift Mönchfeld werden deshalb zwei Dutzend Projekte aufgelistet und verschaffen unter dem Motto "AusSicht 2008" einen Eindruck über die Entwicklungen in Freiberg und Mönchfeld. Neben schriftlichen Informationen illustrieren Logos und Grafiken des Künstlers Emmerich Verderber die Tafeln.
"Der Aufstellungsort ist ein Ort mit symbolischer Bedeutung, er stellt die Nahtstelle zwischen den beiden Stadtteilen dar", erklärte Baubürgermeister Matthias Hahn bei der Einweihung am Freitagmittag und lobte das Engagement aller Beteiligten. Die Geschichte der Tafeln reicht in den November 2007 zurück, als Wolfgang Pfau und Fritz Herbert per Flugblatt zur Teilnahme an dem Projekt aufgerufen hatten. Ähnlich wie bei anderen Vorhaben der Sozialen Stadt war auch hier die hohe Bürgerbeteiligung einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg. Die Kosten von 15 000 Euro wurden einerseits mit LOS-Geldern (Lokales Kapital für soziale Zwecke) der Europäischen Union und andererseits mit Mitteln vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt finanziert.
Die Einweihung ging am Freitag nahtlos ins vierte internationale Stadtteilfest über. "Das ist ein Fest der Begegnung, des Kennenlernens und des Miteinanders", sagte Stadträtin Ursula Pfau, die Vorsitzende des Bürgervereins", zu Beginn der Veranstaltung. Strahlte im Vorjahr noch die Sonne mit den Besuchern um die Wette, so gab es bei der diesjährigen Auflage hin und wieder Regenschauer. Heitere Mienen waren freilich auch dieses Jahr genug zu sehen. Das Programm bot für jeden etwas, Mittelalter und Gegenwart hielten sich die Waage: Während auf dem großen Spieleparcours Ritter Kunibert sein Zepter schwang und sich viele Betreuer extra Klamotten von anno dazumal übergeworfen hatten, gab es auf der Schaubühne Square Dance, Stepptanz und viel Live-Musik. Mit dabei waren dieses Jahr zum ersten Mal auch die Narrenzunft Eschbachwald und die Donner-Hexen aus Mühlhausen.
"Das Fest ist im Laufe der Jahre immer weitergewachsen", erzählte Renate Mischker von der Stadtteilzeitung "FreiMönch". Dieser Entwicklung hat man 2008 bereits im Vorfeld Tribut gezollt: Vergangenes Jahr war das Bier schon nach zwei Stunden ausgegangen, und es musste Nachschub besorgt werden. Dieses Mal sind die Vorräte deutlich großzügiger bemessen gewesen.
Von Bernd Zeyer Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau |