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"Dieses Projekt
ist etwas Neues für Stuttgart"


Am Donnerstag wurde der Grundstein für ein besonderes Projekt gelegt: In den kommenden zwei Jahren baut die Flüwo (Flüchtlings-Wohnungsbaugenossenschaft) zwischen der Bretzfelder und Eschenauer Straße drei Mehrgenerationenhäuser mit 69 Mietwohnungen.

"Dieses Projekt ist etwas grundlegend Neues für Stuttgart", sagte Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch am Donnerstag bei der Grundsteinlegung für eine Mehrgenerationen-Wohnanlage in Rot. Auf einem Areal zwischen der Bretzfelder und der Eschenauer Straße entstehen 69 Mietwohnungen, eine Senioren-WG für neun Personen und eine Gästewohnung. Zusätzlich wird eine Tiefgarage mit 75 Plätzen gebaut. Träger des Projekts ist die Flüchtlings-Wohnungsbaugenossenschaft (Flüwo), die in das Vorhaben 12,5 Millionen Euro investiert.

Auf insgesamt 5876 Quadratmetern Wohnfläche sollen von Frühjahr 2010 an junge und ältere Singles, Paare und Familien zusammenleben. Die Wohnungen sind auf drei Häuser verteilt, wovon zwei durch eine 60 Meter lange und sieben Meter breite Glashalle verbunden sein werden. Dieses Atrium soll als Ort der Begegnung dienen und Platz für Veranstaltungen bieten. "Unser Ziel ist es, das Miteinander und Füreinander attraktiv und aktiv zu gestalten", erklärte Falk Böhm, Technikvorstand der Flüwo. Durch die zentralen, großzügigen und freundlichen Gemeinschaftsbereiche werde auch der genossenschaftliche Gedanke gefördert. Die Struktur des Gebäudes soll die Kommunikation unter den Bewohnern fördern und Anonymität vorbeugen. "Miteinander statt übereinander reden", so beschrieb Böhm die Devise. Die Bewohner der Senioren-WG werden vom Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg betreut. Auch der Standort, das erklärte Hans-Ulrich Melzer, Vorstandssprecher der Flüwo, sei ideal. Man wohne nah am Zentrum und doch im Grünen. Um das neue Projekt zu verwirklichen, sind 78 Flüwo-Wohnungen aus dem Jahr 1953 abgerissen worden. Zukünftige Mieter können zwischen Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen wählen. Alle haben einen Balkon oder eine Dachterrasse. Zu den Erdgeschosswohnungen gehören Terrassen mit Mietergärten. Alle Wohnungen sind barrierefrei. Geheizt werden sie von einem eigenen Blockheizkraftwerk. Bei der Wärmeerzeugung entsteht auch Strom. Er kann entweder im Gebäude verbraucht oder verkauft werden.

"Mit diesem Vorhaben macht sich die Flüwo ihr eigenes Geburtstagsgeschenk", erklärte Müller-Trimbusch in Anspielung auf die Gründung der Genossenschaft im Jahr 1948. Außerdem beweise die Flüwo damit Pioniergeist. Lobende Worte fand die Sozialbürgermeisterin auch für das Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt Rot: "Ohne deren gelungene Projekte wäre das Generationenhaus wohl nicht geplant worden." Ähnlich wie die Hochhäuser Romeo und Julia, so Müller-Trimbusch, werde auch dieses Vorhaben Rot weit über die Stadtgrenzen hinweg bekanntmachen.


Von Bernd Zeyer
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau


21.07.2008

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