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Retten, was zu retten ist
Kommentar der Nord-Rundschau zum Artikel "Scherbenhaufen statt Schulterschluss"
Es war blauäugig vom ehemaligen Vorstand des SV Rot, den Passus einer für eine Fusion erforderlichen Neun-Zehntel-Mehrheit bei den Mitgliedern nicht vor der Abstimmung so zu ändern, dass beispielsweise eine einfache oder eine Zwei-Drittel-Mehrheit ausgereicht hätte.
Es war ebenso blauäugig von den Mitgliedern, nicht zu der außerordentlichen Hauptversammlung zu erscheinen, weil sie dachten: "Die machen das schon". Und es war blauäugig von den Fusionsgegnern, den Zusammenschluss zu verhindern, weil sie ohne an die Folgen ihres Tuns zu denken sowohl ihrem Verein, dem TV 89 Zuffenhausen, der Stadt Stuttgart und vorwiegend den übrigen SVR-Mitgliedern einen Bärendienst erwiesen haben. In der Summe und im schlimmsten Fall kann das bedeuten, dass der Traditionsverein SV Rot in wenigen Monaten Geschichte ist. Es ist verständlich, dass angesichts eines solchen Horrorszenarios die Emotionen hochkochen. Nur: Mit Emotionen ist jetzt keinem mehr gedient. Das Kind TV 89 Zuffenhausen-Rot liegt im Brunnen, was den TV 89 Zuffenhausen weitaus weniger schmerzen wird als den SV Rot. Nun gilt es nur zu retten, was noch zu retten ist. Denn die schwache Beteiligung an der außerordentlichen Hauptversammlung hat gezeigt: Wer die Roter rettet, dürfte denjenigen, die in dem Verein einfach nur Sport treiben wollen, ziemlich egal sein.
Von Mike Meyer Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau |
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