'Wo sich die Kunst mit Können paart, entsteht ein Werk nach Meister Art', sagte Zimmermann Tobias Riempp beim Richtspruch am Donnerstagmittag. Tatsächlich sind am Weinapfel- und am Tulpenapfelweg zwar keine Kunstwerke im eigentlichen Sinn entstanden, dennoch bieten die drei Mehrfamilienhäuser einen ungewohnten Anblick.
Das liegt in erster Linie an ihrem quadratischen Grundriss von 14 auf 14 beziehungsweise 16 auf 16 Metern. "Kleine Wachtürme für aufgeweckte Mieter", so bezeichnete Architekt Frank Schneider vom Stuttgarter Büro ARP die Häuser. Jedes Gebäude hat drei Vollgeschosse und ein Staffeldachgeschoss.
Der Großteil der insgesamt 27 Mietwohnungen umfasst 15 Dreizimmerwohnungen, dazu kommen noch jeweils sechs Wohneinheiten mit zwei beziehungsweise vier Zimmern. Die Größe liegt zwischen 58 und 91 Quadratmetern. Der Quadratmeterpreis soll zwischen 7,50 und 8,50 Euro liegen. Der Ausstattungsstandard ist relativ hoch. Alle Wohnungen bekommen unter anderem Fußbodenheizung und Parkettboden sowie jeweils einen Stellplatz in einer der drei Tiefgaragen. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar. Auch energetisch entspricht das Vorhaben hohen Ansprüchen. Dank guter Fenster und 18 Zentimeter starker Dämmung soll der Wärmebedarf niedrig gehalten und so die Energieeinsparverordnung um 30 Prozent unterschritten werden. Das Regenwasser von den Dächern wird in Zisternen gesammelt und kann zur Gartenbewässerung genutzt werden.
Laut Rüdiger Maier, dem Geschäftsführer der Baugenossenschaft Neues Heim, liegen bereits einige Anfragen vor, die offizielle Vermietung hat allerdings noch nicht begonnen. Eventuell werden einige Interessenten an den Tulpenapfel- oder den Weinapfelweg ziehen, die bei dem Projekt der Genossenschaft an der Haldenrainstraße, wo 72 Mietwohnungen entstehen, nicht zum Zug gekommen sind. Zielgruppe sind, wie im gesamten Neubaugebiet Hohlgrabenäcker, vor allem junge Familien. Läuft alles nach Plan, werden die ersten Mieter im Frühjahr 2010 einziehen. Grundsätzlich, das erklärte Maier, liege die Nachfrage im Wohnungsbau in Baden-Württemberg im ersten Quartal 2009 deutlich unter der des Vorjahres.
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich inklusive Grundstück auf 4,6 Millionen Euro. Die Hälfte davon stemmt die Baugenossenschaft selbst, die andere Hälfte wird fremdfinanziert. Auch die Tochtergesellschaft, die Neues Heim Immobiliengesellschaft, ist an der Hohlgrabenäcker-Aufsiedlung beteiligt. Sie baut fünf Reihenhäuser im Pastorenbirnenweg, von denen drei noch zu haben sind.
Von Bernd Zeyer Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau |