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Kriminelles Debüt:
Saubermännern hinter die Fassade geblickt


Mit Lebensträumen ist das so: Sie begleiten einen über lange Zeit, aber irgendwann reicht das nicht mehr und sie wollen wirklich werden. Wie bei Sabine Rosien. Sie hatte "schon immer gern geschrieben" und beim Spazierengehen mit dem Hund ihre Geschichte immer weiter entwickelt, verworfen, abgeändert.

Bis jedes Teil seinen Platz gefunden hatte und der Krimi mit Macht zu Papier drängte. Jetzt geht im beschaulichen Städtchen Kirchbach ein Mörder um. Das erste Opfer ist ein respektables Mitglied der Gesellschaft - scheinbar hatte der Industrielle Karsten Berghofer keine Feinde, dafür eine nette Familie, Wohlstand und ein Eigenheim wie aus dem Bilderbuch: Einer, der es zu etwas gebracht hat. Trotzdem setzt eine Kugel seinem Leben ein Ende, abgefeuert aus nächster Nähe aus einer Waffe mit Schalldämpfer. Mit einem Mal sieht sich Kriminalbeamtin Eva Kremer mit ihrem schwierigsten Fall konfrontiert - zumal es bald weitere Tote gibt. Und dann sind da noch ein ehemaliger Schulkamerad, der sich hartnäckig um sie bemüht, und ein neuer Kollege, der ihr das Leben rechtschaffen schwer macht.

Dass ihr Erstlingswerk ein Krimi geworden ist, lag für Sabine Rosien, die unter dem Namen Hartmann-Rosien veröffentlicht, auf der Hand: "Ich les" einfach für mein Leben gern Krimis." Zu blutrünstig sollte es wiederum nicht zugehen: "Dazu fehlen mir die medizinischen Kenntnisse." Anderes konnte sie recherchieren, etwa welche Waffen mit Schalldämpfern es gibt. Eines Tages marschierte sie dazu sogar in das Zuffenhäuser Revier: "Ich habe gesagt, ich muss das wissen, ich will jemand umbringen - auf dem Papier." Die Waffe kommt gleich mehrfach zum Einsatz - bis zum überraschenden Ende: "Manchmal sind die Täter die eigentlichen Opfer", sagt sie geheimnisvoll.

Nachdem die Geschichte quasi schon in ihren Gedanken Gestalt angenommen hatte, brauchte Sabine Rosien nur drei Wochen, um ihren Krimi niederzuschreiben. Weit schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem Verlag - eine Erfahrung, die die allermeisten Autoren mit ihrem Debüt machen: Wer keinen Namen als Autor hat, klopft meist vergeblich bei den Verlagen an. Einige nützen es auch aus, dass die Autoren viel Herzblut in ihr Buch stecken und es nun unbedingt veröffentlichen wollen. Ein Verlag schlug Sabine Rosien allen Ernstes vor, sie solle stolze 30 000 Euro Druckkosten selbst tragen. "Aber, verdammt nochmal, ich wollte dieses Buch einfach gedruckt sehen." Sie fand schließlich einen kleinen Verlag, der das Buch gegen eine moderate Eigenbeteiligung in sein Programm aufnahm.

Das Ergebnis liest sich angenehm und ist spannend. Eva Kremer blickt hinter die Fassade der Saubermänner, und wenn sie nicht ermittelt, wird auffallend gut und ausgiebig gegessen. "Stimmt, ich koche und esse selbst gern", gibt Sabine Rosien zu. Und die Hauptperson folgte ihr anstandslos, während sie in einem anderen Punkt ein erstaunliches Eigenleben entwickelt: "Es war richtig schwierig, sie verliebt zu bekommen", gibt die Autorin zu. Im Buch ist davon nichts mehr zu spüren. Und Sabine Rosien denkt jetzt bereits über ein zweites Buch nach. Auch das wieder ein Krimi - natürlich.



Von Susanne Müller-Baji
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau


01.09.2009

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