Thaisuppe, Minestrone, Pasta Arrabiata, Reisröllchen - die Liste liesse sich noch beliebig lange fortführen. Die Speisekarte, die es seit kurzem im Café 11 des Zuffenhäuser Kinder- und Jugendhauses gibt, kann es beinahe mit dem Menüangebot in professionellen Restaurants aufnehmen.
Nicht aber die Preise: Kein Gericht kostet mehr als 3 Euro. Und beim Tagesessen kann man sich den Preis sogar selbst aussuchen. "Die Bezahlung ist abhängig von der finanziellen Lage. Wir wollen, dass sich hier alle eine warme Mahlzeit leisten können", sagt Jaqueline Roth, die als gastronomische Fachkraft zusammen mit Koch Mehmet Ali Taner im Café 11 arbeitet.
Im Vorgergrund steht ganz klar gesunde Ernährung. Burger oder fettes Fleisch finden sich nicht auf der Speisekarte, stattdessen wird auf vegetarische Mahlzeiten, frische Zutaten und Bio-Lebensmittel gesetzt. Eine Ausnahme gibt es freilich: Pommes Frites sind für viele Jugendliche eben einfach unverzichtbar. Für die ganz kleinen Gäste haben sich Roth und Taner ebenfalls etwas ausgedacht. Unter lustigen Begriffen wie "Räuberschmaus", "Piraten Vesper" oder "Prinzessin auf dem Spiegelei" finden sich spezielle Kindergerichte, deren Preis zwischen 50 Cent und 1,50 Euro liegen. Beim Spiegelei beispielsweise sorgen eine kleine Krone aus frischem Gemüse und ein aufs Ei getupftes Gesicht für einen zusätzlichen Augenschmaus.
"Ein Angebot in dieser Bandbreite ist meines Wissens nach einzigartig in den Stuttgarter Kinder- und Jugendhäusern", sagt Hausleiterin Melanie Haumann. Hintergrund sei auch der Multi-Kulti-Gedanke. Heranwachsende vieler verschiedener Nationalitäten kommen regelmäßig in die Einrichtung an der Bartensteiner Straße, nun können sie Gerichte aus anderen Kulturkreisen probieren und selbst Vorschläge machen, was sie gerne auf der Speisekarte hätten. Die momentanen Favoriten, das berichtet Jaqueline Roth, seien Spaghetti mit selbstgemachtem Pesto oder Muffins. Wem das Essen so gut schmeckt, dass er es gerne zu Hause nachkochen möchte, dem wird ebenfalls weitergeholfen und das Rezept gegeben.
Im Café 11 soll nicht nur der Magen etwas Gutes bekommen. Das Konzept setzt auch auf kulturelle Veranstaltungen und darauf, dass die Gäste miteinander ins Gespräch kommen. Jaqueline Rot beschreibt diesen Gedanken so: "Wir setzen, im Gegensatz zum allgemeinen Trend, auf slow food statt auf fast food."
Von Bernd Zeyer Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau |