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Sollen Bakterien Ihnen in die Tasche greifen?
Stoppen Sie sie: durch Parodontitis-Prophylaxe bei Ihrem Zahnarzt!


Dass Parodontose nicht nur zu einem gesundheitlichen, sondern schnell auch zu einem finanziellen Problem werden kann, ist vielen kaum bewusst. Dr. med dent Kleinknecht, Zahnarzt aus Stuttgart-Rot und Spezialist für Parodontologie, klärt im Gespräch zum Thema Parodontitis auf und gibt Tipps, wie Sie Kosten und Nerven (auch die Ihrer Zähne) schonen können.


Herr Dr. Kleinknecht, Parodontose oder Parodontitis - was genau ist das?
Viele Patienten wissen wahrscheinlich, dass wir Zahnärzte von Parodontitis und nicht von Parodontose sprechen, wie es in den Medien oft noch heißt. Tatsächlich gibt es beide Begriffe, man unterscheidet jedoch: Parodont-ose steht für den Gewebsschwund des Zahnbettes, bei dem keine vertieften Zahnfleischtaschen vorkommen. Und mit Parodont-itis bezeichnet man die Entzündung des Zahnhalteapparats mit Blutungsneigung und Taschenbildung. Die Ursache sind hier im allgemeinen Bakterien und Beläge; sie setzen entzündliche Prozesse in Gang, welche die gefürchteten Zahnfleischtaschen bilden.

Was genau bewirken diese Bakterien und Beläge?
Bakterien der Mundhöhle verdauen Kohlenhydrate und legen ihre Abfallprodukte auf der Zahnoberfläche ab, bis sich ein Belag bildet. Dieser Belag, auch Plaque genannt, haftet an den Zähnen, vor allem am Zahnfleischsaum, von wo er zunächst noch durch Zähneputzen, Zahnseide und Bürstchen entfernt werden kann. Doch selbst Patienten, die gründlich putzen, haben Nischen, an denen oft nur schlecht gereinigt wird wie z. B. in Zahnzwischenräumen oder schwer zugänglichen Bereichen. Werden die Beläge am Zahnfleischsaum dauerhaft nicht entfernt, so verhärten sie und bieten eine idealen Zugangsweg für das Eindringen weiterer Bakterien. Schließlich reagiert das Immunsystem mit einer Zahnfleischentzündung, der Gingivitis.

Ist Gingivitis ein weiterer Begriff hierfür?
Die Gingivitis ist im Prinzip die Vorstufe einer Parodontitis, noch hat sich keine vertiefte Tasche zwischen Zahnfleisch und Zahn gebildet und noch ist keine Zahnlockerung eingetreten. Mit der Entzündung Gingivitis will der Körper verhindern, dass Bakterien tiefer in den Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahn eindringen können. Das Zahnfleisch blutet hier leicht bei Berührung. Wenn in diesem Stadium beim Zahnarzt die harten Beläge entfernt werden und anschließend täglich effektive Mundhygiene erfolgt, kommt die Entzündung im allgemeinen zum Stoppen. Oftmals benötigt der Patient geeignete Erklärungen, wie er die Mundhygiene optimal handhaben und verbessern kann. Damit er hier erfolgreich mitarbeiten kann, sollten sich Zahnarzt, Praxisteam und Patient für diese persönliche Mundhygiene-Beratung besonders viel Zeit nehmen.

Wie lange dauert es, bis aus einer Gingivitis eine Parodontitis wird?

Aus einer Gingivitis muss sich nicht zwangsläufig eine Parodontitis entwickeln. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Zahnfleischentzündung Monate bis Jahre anhalten, ohne dass sie tiefer geht und den Zahnhalteapparat, das Parodont, angreift. Eine wichtige Rolle spielen spezielle Parodontitisbakterien, welche der Zahnarzt durch Tests ermitteln kann. Dann steht die Immunabwehr im Mittelpunkt, die durch Faktoren wie Stress und Rauchen geschwächt wird. Aber auch andere Ursachen, wie z. B genetische Faktoren, schlecht eingestellter Diabetes oder Mundatmung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Parodontitis entsteht. Aus diesen Gründen geht es bei der Therapie nicht nur um den Mund, sondern es ist wichtig, den Patienten als Ganzes zu betrachten.

Kann der Patient bei sich selbst eine Parodontitis feststellen?
Es gibt viele Hinweise: zunächst einmal blutet das Zahnfleisch leicht, ist gerötet und geschwollen. Schmerzen beim Zähneputzen oder beim Hineinbeißen in einen Apfel sind weitere Zeichen. An manchen Stellen zieht sich das Zahnfleisch vielleicht zurück. Die schlimmeren Merkmale einer Parodontitis sind jedoch Eiter, Mundgeruch oder Zahnlockerung.


Was kann der Patient tun, um Parodontitis zu verhindern?
Wie ich schon erwähnte, ist eine geeignete Mundhygiene, zu der wir die Patienten gerne ausführlich beraten, sehr wichtig. Nebenbei können Mundspüllösungen die Bakterienmenge reduzieren und eine geeignete Ernährung sowie der Verzicht auf Nikotin einen Beitrag leisten.
Zur Früherkennung sollten die halbjährlichen Kontrolltermine, welche Kassenleistung sind, wahrgenommen werden. Die Entfernung von harten Belägen einmal im Jahr sowie die spezielle Untersuchung auf Parodontitis alle zwei Jahre werden ebenfalls von der Kasse übernommen. Es lohnt sich jedoch, eine professionelle Zahnreinigung mit Entfernung aller Beläge - harter und weicher - sowie einer Beratung auf eigene Rechnung zu übernehmen. So können die Bakterien später nicht tief in die Tasche greifen.


Bei welchen Behandlungen muss der Kassen-Patient bei Parodontitis selbst zuzahlen?
Wie gerade erwähnt, wird von der Krankenkasse nur das Entfernen harter Beläge einmal im Jahr übernommen. Auch die Glättung der Zahnoberflächen in den Taschen sowie Antibiotika in Tablettenform übernimmt die Krankenkasse. Die professionelle Zahnreinigung ist jedoch keine Kassenleistung mehr. Auch Labortests, welche die Keime im Parodont ermitteln, werden nicht übernommen, ebenso wenig das lokale Einbringen von antibiotischen Lösungen.
Zudem ist zu bedenken, dass bei zu starker Lockerung ein Zahn eventuell nicht mehr erhalten werden kann, ersetzt werden muss und dann weitere Kosten verursacht.

Sie setzen also auf Vorbeugung?
Unbedingt, und damit bin ich nicht allein. Seit einigen Jahren steht in der Zahnärzteschaft das Konzept der Prävention, also der Vorbeugung, im Vordergrund unserer Bemühungen. Viele Erfolge konnten dadurch bei Kindern und Jugendlichen schon erreicht werden. Doch viele ältere Patienten werden noch nicht ausreichend mit Prävention versorgt. Ich spreche hier insbesondere von Patienten in Altersheimen, für die ich mich als Beauftragter der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart nebenberuflich verstärkt einsetze. Hier muss die Versorgung und Prävention noch deutlich verbessert werden.

Sie selbst sind Spezialist für Parodontologie. Kann die Versorgung auch durch einen Allgemeinzahnarzt erfolgen?

Selbstverständlich. Im übrigen sind Zahnärzte zu lebenslangem Dazulernen durch Fortbildungen verpflichtet und können hierbei ein Spezialgebiet erarbeiten. Ich selbst habe durch Schulungen im Jahre 2004 mein Parodontologie-Zertifikat erworben. Doch auch meine Kollegen in unserem Praxisteam haben ihr Spezialgebiet: Herr Dr. Kupferschmid und Zahnärztin Przybille sind vor allem im Fach Implantologie erfolgreich tätig, während Herr Zahnarzt Rehmert seine fachliche Weiterbildung auf die Endodontologie fokussiert hat. Da die Zahnheilkunde ein sehr umfangreiches Gebiet ist, bietet die Arbeit im Praxisteam dem Zahnarzt eine gute Möglichkeit, sich mit einem Spezialgebiet eingehend zu beschäftigen.

Genaueres zum Team und der Arbeitsphilosophie der Zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis erfahren Sie auf www.zahnarzt-p.de


Die Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis freut sich auf Ihren Besuch!

Zahnarztpraxis Stuttgart
Dr. med. dent. Erich Kleinknecht
Dr. med. dent. Werner Kupferschmid
Zahnarzt Thomas Rehmert
Zahnärztin Irina Przybille

Haldenrainstrasse 66
70437 Stuttgart-Rot
Telefon 0711 841469
Telefax 0711 8403038
dreskuk@t-online.de
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10.05.2011

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