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Um den Schlaf gebracht
Bei Schlafapnoe kann auch der Zahnarzt helfen - Praxis Dr. Kleinknecht informiert


Haben Sie die heutige Nacht schon wieder wachgelegen, sind mehrfach aufgeschreckt oder haben die Nacht gar auf der Wohnzimmercouch verbracht, weil Ihre bessere Hälfte Sie aus dem Schlaf 'geschnarcht' hat? Oder hören Sie morgens Vorwürfe, weil Sie Ihrem Partner eine schlaflose Nacht beschert haben - und das, obwohl Sie selbst morgens gerädert aufwachen?

Sie sind nicht allein. Millionen Bundesbürger leiden mit Ihnen, teilweise folgenschwer. Doch Ihr Zahnarzt kann helfen...

Wenn der Partner ständig nachts brummt, dass die Wände wackeln, ist das oftmals kein nebensächliches Problem, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung: Schlafapnoe (übersetzt 'Nicht-Atmen'). Beim nächtlichen Atemstillstand kommt es meist zu längeren Phasen ohne jegliches Atemgeräusch. Im Anschluss an die Atempause entstehen Geräusche, die bis zu 90 Dezibel betragen und ohne weiteres mit dem Lärm einer Hauptverkehrsstraße Schritt halten können. Zweifelsohne ist dies für den Partner auf Dauer eine untragbare Situation, doch auch oder gerade der Betroffene leidet hier:

Morgendliche Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, nachlassende Leistungsfähigkeit und Reizbarkeit sind nur einige der möglichen Symptome mit teilweise erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Nicht zu vergessen sind auch die gesellschaftlichen und sozialen Folgen, wenn man bedenkt, wozu ein Sekundenschlaf im Auto oder an Maschinen für sich und andere führen kann. Häufig ist hier Schlafapnoe die - in vielen Fällen unerkannte - Ursache. Aber nicht jeder Schnarcher hat nächtliche Atemnot. Ob das Schnarchen krankmachend ist oder harmlos, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Herr Dr. med. dent. Kleinknecht, Zahnarzt aus Stuttgart-Rot, erklärt: ' Jeder fünfte Bundesbürger schnarcht, und zirka zwei bis vier Prozent haben eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe'. Gerade wenn es einen genervten Partner gibt, können wir hier besser eingrenzen: Dieser kann in einer durchwachten Stunde einmal mitzählen, wie oft pro Stunde Atempausen entstehen. Bei mehr als 10 Apnoen pro Stunde sollte ein Arzt konsultiert werden. Auch die Geräuschart gibt Auskunft: schlagartiges Schnarchen mit hohen Tönen - meist im Nebenzimmer noch hörbar - spricht für krankmachend, während ruhiges, tiefes, ununterbrochenes Sägen eher unbedenklich ist. Außerdem spielt es eine Rolle, ob das Schnarchen zum nächtlichen Programm gehört oder eher selten vorkommt. Diese Informationen sind sehr hilfreich, jedoch stehen uns auch andere Möglichkeiten zur Feststellung des pathologischen - krankmachenden - Schnarchens zur Verfügung.

Wir können hier anhand anderer Allgemeinerkrankungen auch Rückschlüsse auf Schlafapnoe ziehen: Heiserkeit, Halsschmerzen, trockener Hals, gerötete Rachenschleimhaut, Bronchitis, aber auch Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Sodbrennen sowie Kribbeln in den Beinen und Potenzstörungen können durch Sauerstoffmangel in der Nacht entstehen. Eine genaue Befragung der gesundheitlichen Beschwerden und Lebenssituation des Patienten ist hier aufschlussreich. Wir arbeiten auf diesem Gebiet auch eng mit Kieferorthopäden und unseren Medizinerkollegen zusammen, da das Schnarchen auch und vor allem eine Angelegenheit der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Pneumologen und natürlich der Schlafmediziner ist.
Hier ist es angebracht, kurz zu erklären, wie es überhaupt zum Schnarchen kommt: Durch Entspannung der Muskulatur in der Nacht wird der Unterkiefer locker und kann - besonders bei Rückenschläfern - in die Rücklage kommen, wobei die Zunge nach hinten mitgenommen wird und die Atemwege verlegt. Zäpfen, Gaumensegel und Rachenwände kommen durch den Luftstrom zum Schwingen und lassen den typischen Schnarchton entstehen. Je entspannter, desto stärker sinkt der Muskeltonus herab, weshalb abendlicher Alkoholgenuss oder auch die Einnahme von Schlafmitteln das Schnarchen fördert.

Schlafapnoe lässt einen Unterdruck im Brustkorb entstehen, weshalb es zum Sogmechanismus kommt. Bei diesem nächtlichen Aufstoßen kann Magensäure in die Speiseröhre sowie auch in Nasennebenhöhlen gelangen. Sodbrennen, Heiserkeit, Schluckbeschwerden sind die Folge. Auch das Herz leidet, da es den nächtlichen Sauerstoffmangel durch verstärkte Pumpleistung zu kompensieren versucht.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei schnarchenden Kindern geboten, denn bei ihnen ist das Schnarchen nur dann unbedenklich, wenn sie eine Erkältung haben. Liegt aber keine Erkältungserkrankung vor, so sollte unbedingt der Kinderarzt aufgesucht werden, der dann zum HNO-Kollegen überweist. Wird keine HNO-Erkrankung festgestellt, sollte anschließend ein Schlafmediziner herangezogen werden. Denn bis zwei Prozent aller Kinder und bis zu 25 Prozent aller Kinder mit ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) leiden unter einer Schlafapnoe. Dies zeigten Ergebnisse der Spezialistin für pädiatrische Schlafmedizin Dr. med. Evemarie Feldmann-Ulrich aus Graz.

Abhilfe können wir Zahnärzte durch verschiedene intraorale Apparaturen schaffen. Diese stabilisieren den Unterkiefer in einer Vorschubstellung und machen somit der Zunge im Mundbereich mehr Platz. Die Zunge liegt also nicht mehr im hinteren Bereich, wo sie die Atemwege verlegen kann.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass Schnarchen alles andere als unbedenklich sein kann, weshalb ich und mein Team Sie dazu anhalten, bei folgenden Beschwerden an Schlafapnoe zu denken:

- Regelmäßige Müdigkeit und Gereiztheit am Morgen trotz ausreichender Schlafzeit
- Unkonzentriertheit und plötzliches Einnicken am Tag, das nicht auf andere Belastungen oder Umstände zurückzuführen ist
- Trockener Hals, Schluckbeschwerden
- Negatives Feedback von Angehörigen wegen lauten Schnarchens in der Nacht

- Häufiges nächtliches Aufwachen ohne äußeren Grund
- Allgemeinerkrankungen wie chronische Bronchitis, Sodbrennen, Heiserkeit, Durchblutungsstörungen, - Herzerkrankungen, Bluthochdruck

Wir beraten Sie gerne und können in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachärzten eine Lösung für Ihr Schlafproblem finden.


Zahnarztpraxis Stuttgart
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02.05.2010

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