Aktuelles Branchen Soziales NETZwerk Firmenportraits Soziale Stadt Historie
News
60 Sekunden höllischer Krach
gegen Stuttgart 21


Die Proteste gegen das Projekt finden nun auch in den Stadtbezirken statt - täglich um 19 Uhr wird gelärmt: Und 57, 58, 59, 60 Sekunden! Ein gellendes Pfeif-, Trompeten- und Lärmkonzert ertönt täglich um 19 Uhr an zentralen Punkten im Stuttgarter Norden.

In Zuffenhausen am S-Bahnhof, in Weilimdorf vor dem Bezirksrathaus, in Botnang vor dem Nanz-Center und in Feuerbach am Wilhelm-Geiger-Platz treffen sich Gegner von Stuttgart 21 zum "Schwabenstreich", initiiert von Walter Sittler, dem in Stuttgart lebenden Schauspieler. "Der Ausdruck Schwabenstreich bezeichnet eine wagemutige Handlung, die gewisse intelligente Fähigkeiten voraussetzt, und in der Regel einen vorteilhaften Ausgang für den Handelnden hat." So steht es auf den Flugblättern. Der vorteilhafte Ausgang ist für die S-21-Gegner naturgemäß der Baustopp, und daran glauben die lärmenden Akteure. "Auf jeden Fall, sonst wären wir ja nicht hier", sagt eine Dame. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", ergänzt eine andere. Ein Herr holt nach dem Trillerpfeifenkonzert wieder Luft und erklärt mit seriöser Ruhe: "Die Umsetzung von Stuttgart 21 ist demokratisch entschieden, gar keine Frage, aber mittlerweile gibt es neue Fakten." Die Gegner zitieren Gutachten, erzählen von neuen Zeitungsartikeln und tauschen sich aus über das Bröckeln der einstigen Befürworterfraktion innerhalb der SPD. "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns den Bahnhof klaut", ruft einer. Eine Streifenwagenbesatzung beobachtet die mehrminütige Zeremonie aus der Distanz.


Von Tom Bloch
Mit frdl. Genehmigung der Nord-Rundschau


24.08.2010

Zurück | Artikel versenden




     www.stuttgart-rot.info   CMS     CRM   Stadtplan Statistik Impressum