Die Rotweganlage liegt im Zentrum von Zuffenhausen-Rot und teilt den Stadtteil in eine westliche und eine östliche Hälfte. Die Beleuchtung des Hauptwegs durch die Anlage wird von der Bevölkerung in Rot schon lange gewünscht.
Die Realisierung einer herkömmlichen Wegebeleuchtung ist jedoch wegen der Betriebs- und Wartungskosten unwahrscheinlich. Das Tiefbauamt sieht sich erst ab einer beleuchteten Wegebreite ≥ 3 m in der Pflicht, das Garten- und Friedhofsamt beleuchtet grundsätzlich nicht in Grünanlagen (Ausnahme Höhenpark Killesberg).
Dennoch sprechen viele Gründe dafür, an dem Projekt festzuhalten:
1. Die Beleuchtung der Rotweganlage ist ein dringendes An-liegen der offenen Bürgerbeteiligung im Rahmen des Förderprogramms „Die Soziale Stadt“ in Rot.
2. Eine im Sommer 2003 durchgeführte Studienarbeit der Fachhochschule für Polizei Villingen-Schwenningen mit dem Thema „Stuttgart-Rot, Betrachtungen unter polizeirelevanten Aspekten“ beschreibt die unbeleuchtete Rotweganlage als einen der meistgenannten Angsträume des Stadtteils.
3. Der Sicherheitsbeirat von Zuffenhausen betont bei seiner Begehung am 31.03.2004 die Notwendigkeit einer durchgehenden Beleuchtung entlang der Hauptwege.
4. Im Vorfeld des Förderantrags zur „Sozialen Stadt“ wurden vom Institut für Stadtplanung und Sozialforschung Weeber + Partner, Stuttgart vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt. Unter dem Stichwort Sicherheitsaspekte wird dort die Beleuchtung der wichtigsten Wege der Rot-weganlage empfohlen.
5. Die Bevölkerungsstruktur von Rot ist von Überalterung geprägt. Es sind laut Bürgerbefragung von 2003 besonders die älteren Stadtteilbewohner, die durch den unbeleuchteten öffentlichen Raum in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.
6. Der Grünzug durch Rot ist die zentrale Nord-Süd-Verbindung für Fußgänger. Die Rotweganlage bildet das Mittelstück dieser Achse. Deshalb wird die Beleuchtung auch in dem Masterplan „Grünzug durch Rot“ empfohlen, den die Landschaftsarchitekten des Büros Winkler und Boje im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart erarbeitet haben.
7. Die Verlängerung des Hauptweges nach Norden (Sportplätze und Schoßbühl) und Süden (Rotwegsiedlung und Ernst-Abbé-Schule) sind jeweils beleuchtet. Umso mehr wird die unbeleuchtete Unterbrechung durch die Rotweganlage als nicht nachvollziehbare Lücke empfunden.
8. Durch die unmittelbare Umgebung mit Kirche, Stadtbahnhaltestelle, mehreren Schulen und Sportanlage besitzt die Rotweganlage eine Bedeutung für die Wege und Aufenthalträume von Kindern, Jugendlichen und älteren Stadt-Stadtteilbewohnern, die über ihre Funktion als Parkanlage weit hinausgeht. Eine Beleuchtung während der morgendlichen und spätnachmittäglichen Stunden der dunklen Jahreszeit wird dadurch besonders notwendig.
9. Mit den Fördermöglichkeiten der „Sozialen Stadt“ besteht für einen begrenzten Zeitraum, voraussichtlich bis 2010 die Chance einer besonderen, anteiligen Finanzierung.
Für das Problem der Wartungs- und Betriebskosten zeichnet sich nun eine Lösung ab. Die Projektgruppe wird für Rot einen Modellversuch entwickeln. Dabei soll die photovoltaische Beleuchtung von öffentlichen Grünanlagen erprobt werden. Ziel ist die Senkung von Wartungs- und Betriebskosten gegenüber einer konventionellen Beleuchtung.
Bisheriger Verlauf / Meilensteine
11.02.2004
Gründungsversammlung der Einzelprojektgruppe (EPG) 4.2 Grünzug.
29.06.2004
Der Bezirksbeirat verknüpft die Kenntnisnahme des Masterplans um die Aufforderung an die Verwaltung, eine Beleuchtung der Rotweganlage zu prüfen. Dabei wird auf die Stellungsnahme der Sicherheitsbeirats sowie auf eine Diplomarbeit der Fachhochschule für Polizei Villingen/Schwenningen zum Thema Sicherheit in Rot verwiesen.
13.07.2004
Der Masterplan Grünzug durch Rot wird vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen.
28.10.2004
Lichterzug durch die Rotweganlage mit ca. 250 Teilnehmern.
30.08.2005
Beauftragung des Ingenieursbüros für Photovoltaik, Werner Knaupp mit der Vorplanung und Kostenschätzung für eine photovoltaische Beleuchtung der Rotweganlage.
Weiterer Verlauf
2005
Vorbereitung eines Modellprojekts für die Rotweganlage, bei dem die photovoltaische Beleuchtung von öffentlichen Grünanlagen erprobt werden soll. Ziel ist die Senkung von Wartungs- und Betriebskosten gegenüber einer konventionellen Beleuchtung.
2005
Suche nach Partnern mit dem Ziel der Wartung einer photovoltaischen Beleuchtung über eine Solar-AG oder über Patenschaften.
2006
Erarbeitung einer Kostengegenüberstellung von konventioneller und photovoltaischer Beleuchtung.
2006
Beschlussvorlage im Gemeinderat zu einer photovoltaischen Beleuchtung der Rotweganlage als Modellprojekt.
Projektbeteiligte
Offene Bürgerbeteiligung und Stadtteilmanagement der „Sozialen Stadt“.
Projektträger : Einzelprojektgruppe (EPG) 4.2 des Arbeitskreises 4 – Wohnen und Wohnumfeld
Projektsprecher : Stadtteilmanagement Tel: 88 79 60 90 e-mail: soziale-stadt-buero@stuttgart-rot.com
Stellvertreter : Ernst Knauer Tel: 84 40 46 e-mail: -
Außerdem : Garten- und Friedhofsamt, (67-4) Tiefbauamt Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung (61-8) Bezirksbeirat Zuffenhausen GRiPS, Stadtteilmanagement für Rot Ingenieursbüros für Photovoltaik, Werner Knaupp, Stuttgart
Kenndaten
geplante Anzahl der Lampen 23 Stk.
Unterhaltskosten konventionelle Lampe 51,90 Euro/Jahr
bisherige Planungskosten brutto 3.916,16 Euro
|